AKP-Schuldzuweisungstaktik

Es sind immer die anderen

Es sind immer die anderen

Steven Sotloff wurde vor kurzem von der ISIS hingerichtet. Ein furchtbarer Mord, der im Namen des Glaubens ausgeübt wurde und der einen nachdenklich macht….machen sollte….sollte…..aber warum sollte es….warum sollte es ihn nachdenklich machen….

.weil wenn er nachdenkt, dann geschehen auf der Welt so viele andere Ungerechtigkeiten, auch von christlicher Seite und über die wird ja nicht berichtet…..wenn darüber nicht berichtet wird, warum sollte er dann ein schlechtes Gewissen haben…….und ein schlechtes Gewissen haben nur die, die etwas schlechtes tun….tut er was schlechtes….nein, also warum soll er sich dann betroffen fühlen und sich distanzieren……und weil er sich nicht betroffen fühlt und sich auch nicht distanziert, vermutet er sogar, dass die Videos ein Fake sind, denn ein echter Muslim tut so was nicht…..ein echter Moslem tötet nicht, diskriminiert nicht, beleidigt nicht etc…..und weil er nicht diese Dinge tut und ein echter Moslem ist, hat er seinen Platz im Paradies schon sicher…..da er seinen Platz im Paradies sicher hat, denn er ist ja ein richtiger Muslim, möchte er andere dazu bewegen, dass sie auch richtige Muslime werden, so wie es gerade die Sharia Police in Wuppertal macht….und sollten diese Leute nicht das tun, was die Sharia Police ihnen vorschreibt, dann sind sie keine echten Muslime…..keine echten Muslime wie die ISIS, die ja diese grauenvollen Taten begehen……diese grauenvollen Taten werden somit auch von euch begangen, weil ihr ja auch keine echten Muslime seid…..

Genug der Widersprüchlichkeiten und der Spinnerei. Im ersten Absatz wollte ich euch den Gedankengang und die Reflexe mancher Hobbymoslems demonstrieren. Reflexe, die immer dann auftauchen, wo eigentlich Selbstreflexion und –kritik sein sollten. Es ist immer derselbe Reflex, derselbe Pawlow, der mir zumindest immer begegnet und jedes Mal frage ich mich, was sie damit eigentlich bezwecken wollen.

Eines dieser Reflexe ist der Satz „Das hat mit dem Islam nichts zu tun“. Ich kann mit so einem Satz nicht viel anfangen. Warum?

Es wird impliziert: „Das ist nicht unser Problem. Ein Muslim macht sowas nicht, und wenn doch, dann ist er kein wahrer Muslim.“ Das ist, als ob die heutigen Deutschen sich ihrer Verantwortung entziehen und sagen: „Das dritte Reich war das Werk der Nazis, nicht der Deutschen. Ein echter Deutscher macht sowas nicht.“ Ähnlich geistreich, wie ihr merkt. Oder um es ganz krass auszudrücken: Scheiße wird nicht zu Schokolade, indem man es als solche bezeichnet, denn der Geschmack und der Geruch bleiben nach wie vor der gleiche. Mit anderen Worten: Das Problem verschwindet nicht. Es bleibt nach wie vor da und bedient sich weiterhin mit dem Glauben. Natürlich weiß man unter normalen Umständen, dass das eigentlich nichts mit dem Glauben zu tun hat, aber wissen das die kranken Gestalten, die den Koran selektiv wahrnehmen? Man muss sich diesem Problem stellen und das geht nur, wenn man dieses auch benennt. Mit Gleichgültigkeit erreicht man gar nichts.

Ein anderer Reflex sind die ganzen Verschwörungstheorien, die um die ISIS kreisen. Der All-Time-Klassiker: Die Amerikaner/Israelis/Deutschen/Westen haben die ISIS unterstützt und aufgebaut. Klar ist da ein Körnchen Wahrheit dran, bedenkt man besonders den Syrien-Konflikt, aber genauso stark hat das Erdogan-Regime die ISIS ebenso unterstützt. Was nun? Auch die Morde von Joe Foley und Steven Sotloff, von denen es Videoaufnahmen gibt, sollen von den Amerikanern gefaket worden sein. In Wahrheit seien sie gar nicht tot und würden weiterhin leben. Jetzt mal ehrlich. Wenn die Jungs leben würden, wo sollen sie sich für den Rest ihres Lebens befinden? In Amerika? Weiterhin in den Händen der ISIS? Glaubt wirklich einer von euch, dass in einer Welt, wo Menschen gerne lästern, so ein Umstand verborgen bleibt? Einer plaudert immer aus. Siehe Snowden oder Assange.

Was heißt das nun? Letzendlich heißt das, dass ein Muslim auch nur ein Mensch ist wie jeder andere auch und Menschen können manchmal sehr grausame Schandtaten verrichten. Und Muslime haben unter sich genauso kranke Anhänger wie jede andere Gruppe ebenso. Die Geschichte zeigt, wozu Menschen fähig sind. Solange einige Hobbymoslems so tun, als seien sie Heilige, werden sie sich noch oft genug distanzieren müssen, denn die Frage, die man sich hier stellen muss, ist nicht: „Wie kann ich imagetechnisch am besten rauskommen?“, sondern eher: „Wie kommt es, dass jede gescheiterte Existenz glaubt, im Islam eine Art Ventil für ihre kranken Fantasien vorfinden zu können?“ Genau letztere ist die Frage, die beantwortet werden muss. Warum eignen sie sich den Islam? Warum nicht irgendeine andere Ideologie? „Warum gründen sie nicht einfach ihre eigene Religion? Wie kann ich dagegen vorgehen?“ Das sind die Fragen, die ein selbstkritischer Muslim sich stellen muss. Er muss religionstechnisch gegen diese Spinner vorgehen, indem er sich diesen stellt und ihre falsche Ideologie religionstechnisch mit Suren entlarvt. Solange sich die Hobbymoslems aber faul anstellen, wissen sie gar nicht, wie sehr sie unserem Glauben mit diesem Desinteresse eigentlich schaden.

Und warum glaubt jeder dieser Spinner eigentlich, den Koran und die Hadithe richtig zu interpretieren. Der Prophet sas. war kein Spinner wie sie, sondern ein gebildeter Mensch auf dem Level eines Professors. Anders wären seine Erfolge auch nicht möglich gewesen. Und so wie ein Laie einen Professor meistens nicht verstehen kann, wenn er mit ihm auf höherem Niveau spricht, so ist es auch mit dem Hobbymoslem, der auf eigene Faust versucht, den Koran und die Hadithe zu verstehen. Das Ergebnis sind einzelne Passagen, aus dem Kontext gerissen, Wortfetzen, die er gerade mal selektiv wahrgenommen hat, aber das große Ganze bleibt ihm verschlossen. Es hat einen Grund, warum man die Religion auf Universitäten studieren kann, das so nebenbei. So dagegen verstehen diese Gestalten den Glauben nur als reines Strafgesetzbuch und nicht als Lebensphilosophie, wie ihn die Propheten verstanden hatten.

Noch etwas zu den Sittenrichtern der Sharia-Polizei in Wuppertal. Diese betont immer, die Menschen von der Sünde abzuhalten und sie zum rechten Weg zu bringen, da dies die Pflicht eines jeden Muslims sei. Nur soviel: Man bringt Menschen nicht zum rechten Glauben, wenn man den Koran wie ein Strafgesetzbuch auslegt, sondern indem man ihn vorbildhaft vorlebt. Menschen lernen vom guten Vorbild ohne Zwang. Und abgesehen davon, weil sie ja die Menschen zum rechten Glauben bringen wollen. Frage: Wie viele dieser Menschen, die bisher wohlwollend gegenüber dem Glauben waren, haben sie dadurch vom Glauben eigentlich abgebracht und vertrieben, nachdem sie sorglos und fahrlässig, ja geradezu auf arrogante Weise sie behandelt haben? Kennt man die Dunkelziffer? Wissen sie eigentlich, was sie da tun? Es wird entgegnet „Diese Menschen trugen nie den Glauben in sich.“ Falsch! Diese Menschen haben den Glauben immer in sich getragen. Ihr habt sie aber mit eurer empathielosen Art kaputt gemacht, indem ihr sie vor eine Wahl gestellt habt, so als wäret ihr irgendwelche Abgesandten Allahs. Ob ihr dafür vor Allah Rechenschaft liefern könnt. Ich bezweifle es.

Die Zahl der Reflexe ist weitaus höher, ich habe hier nur die Auffälligsten mal genannt. Denkt darüber nach und überlegt euch, wie man diesen Spinnern, auch in eurem Umfeld, am besten begegnen kann.

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