Erdogans neue Taktik: Studenten terrorisieren

Studenten und Studentinnen werden von AKP-Polizisten regelrecht terrorisiert

Studenten und Studentinnen werden von AKP-Polizisten regelrecht terrorisiert. In Manisa mussten diese Studtenten Strafe zahlen

Studenten haben es egal wo auf der Welt nie leicht. Schließlich sind sie die Elite eines jenen Landes, formen die Zukunft, sie sind die Zukunft. Insbesondere Kalif Erdogan hat mit den türkischen Studenten ein Problem. Lesen sie weiter…

In den Medien wird Erdogans neuer Vorstoß in die Studentenbastionen, also deren private Räumlichkeiten meist mit großer Empörung wahrgenommen. Natürlich zurecht, doch sollte man sich nicht auf Erdogans angeblicher islamisch-konservativer Weltsicht festbeißen. Wir wissen alle, dass Erdogan und seine AKP-Anhängerschaft unsere Religion für eigene  Machtverhältnisse aufs übelste ausnutzen, auslegen, interpretieren, Wasser predigen und selbst Wein saufen.

Mit der Moral hat Erdogan, insbesondere wenn es um Sex und Sitte geht immer eine Trumpfkarte in der Hand. Zwar ist der durchschnittliche türkische Bürger kein Ehrenmörder wie es der europäische Durchschnittsrassist gerne sehen möchte, allerdings sind konserviative Wertvorstellungen wie z.B in Israel oder im katholischen Bayern eben eine politische Moralkeule, mit der man vieles begründen kann, was man politisch so anstellt. Erdogan meinte zwar in einer Pressekonferenz, dass es nicht in Ordnung ist, wenn Studenten und Studentinnen im gleichen Wohnheim leben (nicht Räume) doch was möchte er mit solchen Sätzen bezwecken? Konservative Wertvorstellungen mit strikter Geschlechtertrennung wohl kaum, denn in der Regel leben die Geschlechter in getrennten Wohnungen und teilen sich keine Wohnung, das ist auch bei liberaleren Türken ein Tabu. Erdogan möchte laut seiner Aussage, strikte Verbote, dass man sich nicht mal gegenseitig besuchen darf, das gehöre sich für ledige Menschen nicht. Dass es aus der fanatischen Ecke natürlich Zustimmung gibt ist nicht von der Hand zu weisen, allerdings rudern selbst in der Medienwelt die konservativen Schreiberlinge zurück, lediglich die ewigen Polecker blasen ins gleiche Horn wie Erdogan.

Nach seinem „Befehl“, so etwas nicht mehr zu dulden, gibt es auch schon erste Berichte, so hat es in Maltepe, Tepehane, Tekirdag, Istanbul, Ankara, ja man könnte behaupten überall schon Razzia ähnliche Überprüfungen von AKP-Polizisten gegeben. Teilweise sind über 30 Polizisten in Wohnungen von Studentenwohnheimen gewesen und fragten die Bewohner, mit wem sie zusammenleben. Personalien wurden aufgenommen. Das gleiche passierte auch in einem von Studenten viel Cafe in Afyon. Über 50 Polizisten, darunter Polizisten in Zivil nahmen Personalien und Wohnsitze der Studenten auf. In Manisa (Siehe Titelbild) mussten sich mehrere Studenten schuldig bekennen, andersgeschlechtliche Gäste geladen zu haben. Die Strafe betrug 88 türkische Lira pro Person. Dass dahinter willkürliche Polizeigewalt steckt ist nicht von der Hand zu weisen. Von Ruhestörung kann nicht die Rede sein, auch nicht von verärgerten Nachbarn. In Tepehane wurden Studentinnen und Studenten regelrecht aus dem Schlaf gerissen als Polizisten gegen die Türen hämmerten und ihre Geschlechterbefragungen durchführten. Der Verdacht, dass die Telefonleitungen der Studenten abgehört werden steht auch im Raum, denn viele Wohnungen sind privat vermietet.

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Thema was Erdogan wirklich im Schilde führt. Zwar ist sein Weltbild eines islamisch konservativen Gesellschaftsbild nicht von der Hand zu weisen, dass bedeutet für ihn jedoch mehr Kontrolle statt moralische Wertvorstellungen. In Wirklichkeit will Erdogan die Studenten, die der Kern der Wiederstandsbewegung gegen seine Partei darstellt ausschalten. Angst schüren, überall antastbar zu sein, selbst in den eigenen vier Wänden. Eine Art Warnschuss die einem türkischen Studenten weiss machen soll: „Wir wissen mit wem du telefonierst, wo du wohnst und wir suchen dich auf wann wir wollen, niemand kann dir helfen“.

Demonstrationen, Versammlungen, Reden, Kongresse, sie alle werden überwiegend von Atatürks Jugend, den Studenten organisiert und durchgeführt. Die nationale und laizistische Wertvorstellungen der Jugend ist Erdogan ein Dorn im Auge, er kann sie nicht ungeschehen machen. Es gefällt ihm nicht sich zur türkischen Republik zu bekennen, zur Geschichte, zur türkischen Identität. Selbst das verbieten von Atatürks Republiksreden, Statuen, das umändern von Straßennahmen oder Plätzen kann ein Despot wie Erdogan nicht einfach ungeschehen machen. Also setzt er auf solche repressiven Mittel. Dass er damit auf mehr Wiederstand stößt war abzusehen….wir wissen ja, dass Erdogans Pläne irgendwie immer schief gehen.

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